Stichwortsuche
Home/News DRS-Info Sportbetrieb Verbandsservice Vereine/Mitglieder Aktionen Medien Partner Impressum
Leitmotiv
Medizinische Aspekte
Entwicklung
Historie/Archiv
Verbandsstruktur
Ansprechpartner
Fragen? - Antworten!
DRS-Show
Links
Medizinische
Aspekte
Termine Email Downloads Fragen Sitemap

Medizinische Aspekte des Rollstuhlsports

Eine Querschnittlähmung bedeutet einen erheblichen Ausfall an Bewegungsqualitäten, weshalb verbliebene Bewegungsfunktionen ganz besonders guter Aufarbeitung bedürfen, um verlorene Fähigkeiten so gut wie möglich zu kompensieren. Für Behinderte, die wegen mangelhafter Beinfunktionen auf erhebliche orthopädische Hilfsmittel oder einen Rollstuhl angewiesen sind, müssen die intakten Funktionen im Bereich der oberen Gliedmaßen und des Rumpfes soweit auftrainiert werden, dass das tägliche Leben trotz erheblicher motorischer Einschränkungen bewältigt werden kann.

Zur Erhaltung der während der klinischen Erstbehandlung erworbenen Fähigkeiten sowie zur Verbesserung und Stärkung der Funktionen ist der Sport im Rollstuhl ein hervorragendes Mittel. Kein Muskel kann wachsen und Funktionen übernehmen, der nicht intensiv aktiv geübt wird.

Aber nicht nur der Muskel ist ein wichtiger Aspekt, sondern auch der Kopf. In diesem Zusammenhang ist der erste Schritt zum Rollstuhlsport der richtige Umgang mit dem Rollstuhl. Welche Rollstuhlfahrtechnik(en) wende ich am besten an, um einen Bürgersteig hochzufahren, bzw. meinen Gegenspieler zu umfahren? Der positive Effekt auf die Psyche, durch richtiges Rollstuhlfahren Hindernisse zu überwinden, ist nicht zu unterschätzen und ein großer motivierender Faktor.

Eine große Zahl von Querschnittgelähmten leidet an einer spinalen Spastik, die sich durch Inaktivität verstärkt, durch ein gesundes und regelmäßiges Sportprogramm jedoch positiv beeinflussen lässt. Wie im allgemeinen Sport auáerhalb des Rollstuhles auch, führt beim Rollstuhlfahrer die aktive sportliche Betätigung zu intensiven Herz- Kreislaufreizen, die unsere, durch moderne, inaktive Lebensweise verursachten Störungen bewältigen hilft.

Auch im Rollstuhlsport gelten die vom Deutschen Sportbund herausgegebenen Richtlinien für den Breitensport. Eine solche sportliche Betätigung ist jedoch nur unter der Aufsicht besonders ausgebildeter Übungsleiter und Ärzte sinnvoll. Hierfür bieten sich die zahlreichen in der Bundesrepublik Deutschland gegründeten Rollstuhlsportgruppen an.

Durch aktive Bewegung im Rollstuhl tritt nicht nur eine Verbesserung der lähmungsbedingt gestörten Kreislaufsituation ein, sondern auch eine Verbesserung der bei Querschnittgelähmten gestörten Blasen-Nierenfunktion. Intensive Belastungsreize führen zu einer Verbesserung der Hautdurchblutung und damit auch zu einer Reduzierung der Gefahr von Druckgeschwüren. Es hat sich gezeigt, dass der aktive Rollstuhlsportler weniger an lähmungsspezifischen Komplikationen leidet als der Querschnittgelähmte, der jede Aktivität vermissen lässt.

Rundherum kann gesagt werden, dass der Freizeit- und Breitensport im Rollstuhl durchaus gesundheitsfördernd ist, wenn auch einschränkend bemerkt werden muss, dass einseitiger Leistungssport gesundheitliche Schäden nach sich ziehen kann, wie dies auch allgemein in der Sportbewegung zu beobachten ist. Sorgfältig ausgebildete Übungsleiter sowie regelmäßige sportärztliche Überwachung sollen sich anbahnende Schäden erkennen lassen und einer rechtzeitigen Behandlung zuführen.

Für den Rollstuhlsport gilt wie für jede andere Betätigung, dass ein Übermaß auch gesundheitsschädigend wirken kann, während ein rechtes Ausmaß die Schäden unserer Zivilisationsgesellschaft verhindern hilft.