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Rollstuhlsport ist nicht nur ein motivierendes Bewegungs-, Spiel- und Wettkampfangebot für Körperbehinderte, die ständig auf den Gebrauch eines Rollstuhles angewiesen sind, sondern er spricht seit einigen Jahren in zunehmendem Maße auch all jene an, die sich nur zum Sporttreiben in den Rollstuhl setzen.

Besondere Bedeutung kommt dem Rollstuhlsport in der Rehabilitation von Früh- und Spätbehinderten zu. Er wird an Kliniken, Schulen für Körperbehinderte und Berufsförderungswerken erlernt und therapeutisch genutzt. Wünschenswert ist die Fortsetzung der Sporttherapie auch nach dem Verlassen der jeweiligen Rehabilitationseinrichtung, da sie wie kaum ein anderes Mittel Folgeerkrankungen wirksam vorbeugt.

Wie jeder andere Sport fördert Rollstuhlsport nicht nur den körperlichen Zustand des Behinderten, er vermittelt ihm auch Erfolgs- und Gemeinschaftserlebnisse, führt ihn aus der Isolation heraus und fördert seine Integration in die Gesellschaft.

Um allen interessierten Behinderten die vielfachen Vorteile des Rollstuhlsports zugänglich zu machen, wurde 1977 von Rollstuhlsportlern der Deutsche Rollstuhl-Sportverband e.V. (DRS) gegründet - als Fachverband des Deutschen Behinderten-Sportverbandes (DBS).

Vorrangiges Ziel des DRS ist es, den Rollstuhlsport auf breitester Basis zu fördern. Das geschieht insbesondere durch

  • Beratung und Information der ihm angeschlossenen Vereine und Gruppen
  • Zusammenarbeit mit dem Deutschen Behinderten-Sportverband und seinen Mitgliedern
  • Zusammenarbeit mit anderen Organisationen und Einrichtungen, die den Rollstuhlsport durchführen oder fördern
  • Übungs-, Lehrgangs- und Wettkampfveranstaltungen
  • Arbeit in Fachausschüssen und Tagungen
  • gezielte Öffentlichkeitsarbeit.

    In über 250 Mitgliedsvereinen des DRS wird eine Vielzahl von Sportarten angeboten. Dazu kommen vielfältige Formen der Gymnastik und einfache Bewegungsspiele. Jeder sollte die Sportart wählen können, die ihm am meisten Spaß macht, gleich, ob er sie im Sinne der Gesamtvereinbarung der Reha-Träger oder als Breiten- und Leistungssport betreiben will. Der Durchführung und Förderung des Breitensports - mit seiner Betonung der Erhaltung der Gesundheit und des Erlebens von Geselligkeit - gilt die besondere Aufmerksamkeit des Verbandes. Für diejenigen Sportler, die besondere Leistungen erbringen wollen, werden Trainingsmöglichkeiten sowie nationale und internationale Wettkämpfe angeboten.

    Die großartigen Leistungen dieser Sportler sind ein Beispiel dafür, welche Probleme der Wille des Menschen überwinden kann. Sie werden dadurch zum Ansporn und Vorbild auch für andere.

    Sportlich faires Verhalten hat beim DRS einen hohen Stellenwert. Grundsatz ist, dass faires Spiel und sportliche Haltung zumindest gleichrangig sind wie das Erzielen von Siegen und Rekorden. Jährlich wird ein Sportler, der sich durch besondere Fairness hervorgetan hat, mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet. Neue geeignete Sportarten werden für den Rollstuhlsport angepasst bzw. entwickelt und in das Sportangebot aufgenommen.

    Um jungen Menschen möglichst früh die hilfreichen Wirkungen des Sports zugänglich zu machen, werden zunehmend Kinder- und Jugendgruppen gebildet.

    Im DRS erfolgt die Bildung von Meinungen und Entscheidungen durch die Sportler selbst: in Vertreterversammlungen, Fachausschüssen und Kommissionen. Zur umfassenden Information der Sportler und der Öffentlichkeit dient die regelmäßige Herausgabe der Zeitschrift ROLLSTUHLSPORT.

    Im Übrigen bemüht sich der DRS um

  • Motivierung der noch abseits Stehenden zur regelmäßigen sportlichen Betätigung
  • Schaffung der finanziellen Grundlagen des Sports
  • Vertretung der Interessen der deutschen Rollstuhlsportler
  • Aufstellung, Schulung und Entsendung von Nationalmannschaften zu nationalen und internationalen Wettkämpfen
  • Festlegung von Auswahlkriterien für die Qualifikation zu internationalen Wettbewerben