AG Curling
Mit dem
Deutschen Curling-Verband (DCV) hat der DRS eine neue
Arbeitsgemeinschaft in seine Reihen aufgenommen. Ziel der Kooperation
zwischen dem DRS und dem DCV ist die Förderung des Curlings
für Rollstuhlnutzer.
Die
Sportart Rollstuhl-Curling wird in Deutschland erst seit dem letzten
Jahr mit einer geringen Sportlerzahl betrieben, während
beispielsweise in der Schweiz schon mehre hundert Rollstuhlfahrer
regelmäßig aufs Eis gehen.
Curling – Ein Sport für alle
Endlich gibt es den schottischen Traditionssport mit Stein und Besen
für Rollstuhlfahrer auch in Deutschland. Ob alt oder jung, ob dick
oder dünn, ob Fußgänger oder Rollstuhlfahrer – Curling
kann jeder spielen.
Ab 2006 paralympisch
Obwohl
Rollstuhlcurling schon 2006 bei den Paralympics eine weitere Disziplin
darstellt, ist die Entwicklung in Deutschland noch nicht allzu weit
vorangeschritten. Bisher gibt es nur eine Hand voll Aktive, die zum
Trainieren und Kräfte messen erst einmal Freundschaften zur
Schweizer Konkurrenz knüpfen mussten. Dort ist der Rollstuhlsport
auf dem Eis schon relativ weit verbreitet, was unseren Landesnachbarn
im vergangenen Jahr den Titel des Vizeweltmeisters einbrachte. Mit
vereinten Kräften versuchen DRS und DCV (Deutscher Curling
Verband), die junge Sportart jetzt auch in der Bundesrepublik zu
etablieren.
Ohne Wischen ins Ziel
Das Ziel
des Spiels ist es, pro Durchgang (End) acht Granitsteine näher am
Mittelpunkt eines Kreises zu platzieren als der Gegner. Der Zielkreis
(House) befindet sich am Ende einer 43 Meter langen Eisbahn, was den
Sportlern ungeheure Präzision abverlangt. Der größte
Unterschied zu den Spielregeln der Fußgänger ist das
Wischverbot. Rollstuhlcurler müssen daher noch viel genauer
schießen, da der Lauf des Steins nicht mehr durch Wischen
beeinflusst werden kann.
Der 20
Kilogramm schwere geschliffene Stein kann von Hand oder mit einer Art
Armverlängerung (Extender) in die richtige Richtung geschoben
werden. Hierfür benötigt der Spieler nicht
übermäßig viel Kraft, da der Granitstein durch seine
Trägheit fast wie von selbst über das Eis gleitet. Der
Rollstuhl steht während des Schießens sicher auf dem Eis,
und kann zusätzlich von Mitspielern gehalten werden.
Oft wird
der Sport ›Schach auf dem Eis‹ genannt. Der Mannschaftsführer
(Skip) muss mehrere Spielzüge vorausdenken, um seinem Team die
richtigen taktischen Anweisungen zu geben. Dabei kommt es nicht selten
vor, dass ein mehrstündiges Spiel erst mit dem letzten Stein
entschieden wird. Nervenstärke ist also für Curler durchaus
förderlich.
Eine
Mannschaft besteht in der Regel aus vier Spielern, bei denen mindestens
ein Tetraplegiker und ein Mitspieler des anderen Geschlechts mit von
der Partie sein müssen.
»Die
Faszination Curling muss man selbst erleben«, schwärmt Jens
Jäger, Mannschaftskapitän des deutschen Teams. »Mich
begeistert sowohl der freundschaftliche Umgang besonders zwischen den
Nationen, als auch das Verlangen des Sports nach Strategie,
Präzision, Konzentration und Teamwork.« Jens Jäger und
seine Mannschaft würden sich über Zuwachs im Deutschen
Rollstuhlcurling sehr freuen, nicht zu letzt um die geplante Deutsche
Meisterschaft im Dezember 2004 realisieren zu können. Die vier
Sportler hoffen auf eine Teilnahme bei den kommenden Weltmeisterschaft.
Wer sich
gern einmal im Rollstuhlcurling versuchen möchte, sollte auf warme
Kleidung und einigermaßen gute Bremsen nicht verzichten. Das sind
die einzigen Vorraussetzungen, denn Curling spielen kann jeder!
Eine
Liste der rollstuhlgerechten Curling-Clubs in Deutschland finden Sie
hier.
Die aktuelle Anschrift des
AG-Vorsitzenden entnehmen Sie bitte der
Liste
der DRS-Ansprechpartner.
|