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Hamburger Rolli-Allianz

Neue Allianzen

Unter der Schirmherrschaft der Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen, Ingrid Körner, schlossen sich im Januar 2017 diverse Partner aus Politik, Wirtschaft und Sport zur „Hamburger Rolli-Allianz“ zusammen. Neben den Initiatoren, dem Deutschen Rollstuhl-Sportverband, der Stiftung „Allianz für Kinder“ und dem Verein „Allianz für die Jugend“ sind auch die Evangelische Stiftung Alsterdorf, der Hamburger Sportbund sowie der Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Hamburg und das BG Klinikum Hamburg mit an Bord.

Über das Projekt der Hamburger Rolli-Allianz sollen gezielt Schnupperkurse für diverse Rollstuhl-Sportarten angeboten werden. Zielgruppe sind Schüler bis 18 Jahren an allen Hamburger Regelschulen und Schulen für Kinder mit besonderem Förderbedarf. Anliegen des Projektes ist es, die Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen zu stärken und so die Frage "Schaffe ich das?" positiv zu beantworten. Mehr Vertrauen in die eigene Stärke und das Leistungsvermögen solle ihre Mobilität verbessern und damit die aktive Betätigung nachhaltig fördern. Anliegen der Hamburger Rolli-Allianz ist es aber ebenso, Kids ohne Behinderung zum gemeinsamen Miteinander anzuhalten. Bei diesen Begegnungen sammeln behinderte und nicht behinderte Kinder intensive Erfahrungen. So würden neue inklusive Strukturen geschaffen und Akteure des organisierten Sports in Hamburg für das inklusive Sporttreiben sensibilisiert, betonen die Initiatoren.

Federführend bei der Umsetzung des Projektes ist der Deutsche Rollstuhl-Sportverband mit einem speziell dazu entwickelten Konzept. Finanziert werden unter anderem die Anschaffung von Rollstühlen sowie Trainerkosten und die Nutzung von Sporthallen. Das Projekt umfasst in den nächsten drei Jahren insgesamt mehrere Stufen:

Zu Beginn stellt die Rolli-Allianz ihre Möglichkeiten gezielt bei Schulbesuchen vor. Unter anderem werden dazu Probetrainings für Rollstuhl-Basketball gemeinsam für behinderte und nicht behinderte Schüler organisiert. Durch das Mobilitätstraining sollen Kids anschließend sicher Rollstuhl fahren lernen, Alltagstechniken entwickeln und Schnupperkurse für Freizeit- und Sportaktivitäten im Rollstuhl nutzen. Ihre Fähigkeiten können sie dann bei einem Breitensportfest, dem jährlichen "Rollstuhl-Sporttag der Hamburger Rolli-Allianz", mit verschiedenen Wettbewerben unter Beweis stellen. Außerdem werden unter dem Motto "Train the Trainer" die beteiligten Lehrkräfte an den Schulen gezielt weitergebildet. Ziel der Hamburger Rolli-Allianz ist es, die Angebote weiter auszubauen und zu ständigen Einrichtungen zu qualifizieren.

Anmeldung: Durch die freundliche Unterstützung unserer Partner ist dieses Angebot für Schulklassen kostenfrei. Aufgrund der großen Nachfrage kann es zu längeren Wartezeiten kommen. Anfragen richten Sie bitte per E-Mail direkt an die Projektkoordinatorin Tatjana Sieck (Kontakt siehe rechts).

Wie alles begann: "Rollstuhlsport macht Schule"

Langjährige Erfahrung: Das "Ur"-Schulprojekt in Deutschland startete bereits 2007 als bundesweites Pilotprojekt im Rahmen der Rollstuhlbasketball-EM in Wetzlar unter maßgeblicher Initiative des DRS-Lehrbeauftragten und Jugend-Nationaltrainers Peter Richarz. Mit großer Unterstützung durch das BG Klinikum Hamburg (BGKH) und in enger Vernetzung mit der Behörde für Schule und Berufsbildung besuchten Referenten des DRS unter dem Namen "Rollstuhlsport macht Schule" seit 2008 erfolgreich Stadtteilschulen, Gymnasien und Berufsschulen in der gesamten Hansestadt. Dieses rund zehn Jahre wärendes inklusive Sportangebot konnte durch die freundliche Unterstützung des BG Klinikums Hamburg für alle Schulen komplett kostenfrei realisiert werden.

So lief der Sportunterricht auf Rädern ab: Wir kamen mit Sport- und Alltagsrollstühlen und geschulten Referenten an jede Schule, unabhängig davon, ob es dort Rollstuhlnutzer gibt oder nicht und übernehmen den Sportunterricht. Gerne besuchten wir auch Schulen, die im Rahmen ihrer Projekttage Rollstuhlsport anbieten wollten - wann hat man schon 20 Rollis in der Sporthalle?

Die Schüler hatten Action vor Ort: Beim Rollstuhlbasketball-Spiel lernten die Schüler, wie man sich mit dem Rollstuhl bewegt und wie man einen Basketball aus dem Rollstuhl in den Korb wirft. Unsere Referenten, meist selbst Rollstuhlnutzer, standen für alle Fragen rund um Theorie und Praxis zur Verfügung.

Das Schulprojekt hat über die Zeit so großen Anklang gefunden, auch über die Ländergrenzen hinweg, dass es Zeit war, weitere Hamburger Partner mit ins Boot zu holen: Nun bringt die Hamburger Rolli-Allianz im ursprünglichen Projektsinn den Rollstuhlsport in die Hamburger Schulklassen.

Ansprechpartnerin

Tatjana Sieck
Deutscher Rollstuhl-Sportverband
c/o BG Klinikum Hamburg
Bergedorfer Str. 10
21033 Hamburg
Fon 040 7306 1991
 

Projektpartner

Starke Partner

Partner aus Politik, Wirtschaft und Sport bilden die Hamburger Rolli-Allianz (Foto: Michael Best / Allianz Deutschland AG)