DRS Bunte Leiste
11.04.2019

Rollstuhlsport macht Schule in Marienau

Schüler der 9. Klasse fasziniert vom Projekt

Miteinander im Sport (Quelle:Schule Marienau)

Einen Schulvormittag der ganz besonderen Art erlebten am 4. April die Schülerinnen und Schüler unserer 9. Klasse. Zum wiederholten Male besuchten Referenten des Deutschen Rollstuhl-Sportverbands e. V. (DRS) die Schule Marienau im Rahmen des Projekts „Rollstuhlsport mach Schule“. Zusammen mit ihrem Kooperationspartner, dem BG Klinikum Hamburg, bekamen die Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, durch eigene Erfahrung den Alltag von Rollstuhlfahrern kennen zu lernen. Für unsere Neuntklässler diente dieser Vormittag als Abschluss der „Sozialen Dienste“, die fester Bestandteil der Marienauer Pädagogik sind und traditionell zwischen den Herbst- und Osterferien sattfinden. Als Ergänzung zum Lernen und Leben in unserer Schulgemeinschaft, lernen die Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse soziale Einrichtungen in der Region kennen und kommen mit hilfsbedürftigen Menschen in Kontakt.  

Mit über 20 Rollstühlen und mindestens doppelt so vielen Basketbällen macht das Team aus Inken (HSV), Tatjana (DRS e.V.), Ali (BG Baskets) und Peter (DRS e. V.) das Thema Rollstuhlsport für die Marienauer erlebbar. Alireza Ahmadi ist Profi-Rollstuhlbasketballspieler bei den BG Baskets Hamburg. Alireza, den alle auf dem Spielfeld nur Ali nennen, erkrankte mit drei Jahren an Kinderlähmung und sitzt seitdem im Rollstuhl. Von seinen „Skills“ im Rollstuhl konnten sich die Schüler gleich zu Beginn ihr eigenes Bild machen: Für die fast 20 Neuntklässler war es selbst in Zusammenarbeit unmöglich, den Profi-Rollstuhlbasketballer „zu fangen“. Eine Tatsache die den Jugendlichen zeigte, dass ein lehrreicher Vormittag vor ihnen liegen würde. 

Nach einer kurzen Einführung folgt auch schon das Kennenlernen der „Sport-Rollstühle“. Bei unterschiedlichsten Übungen und theoretischen Grundlagen zur Basketball-Taktik, wurden die Voraussetzungen für das spätere Basketballspiel gelegt: Ball-Dribbling am Ort und in der Bewegung, Angriff, Verteidigung, Passen und Fangen. Von Beginn an gelang es den Referenten, die Konzentration der Jugendlichen auf das Kennenlernen und den Umgang mit den Rollstühlen zu lenken. Insbesondere Peter war die Erfahrung als Trainer der U23 Nationalmannschaft im Rollstuhlbasketball anzumerken. Erfahrung die von den Schülerinnen und Schülern mit Respekt und Anerkennung zugleich belohnt wurde.  

Der anfängliche Respekt gegenüber dem neuen Sportgerät wich in kürzester Zeit purer Begeisterung. Insbesondere auf die Tipps und Tricks von Ali hatten es einige Neuntklässler besonders abgesehen, schließlich stellten diese sich im späteren Spielablauf als besonders nützlich heraus. Auf jede Praxiseinheit folgten ein kurzes Teammeeting und das gemeinsame Einschwören auf die nächste Herausforderung. Dass die Schülerinnen und Schüler während des gesamten Vormittags im Rollstuhl saßen, schienen sie selbst nicht mal mehr zu merken – von Berührungsangst ganz zu schweigen. Als Thomas Huhmann, betreuender Lehrer der „Sozialen Dienste“ während des Endspiels auf die fortgeschrittene Zeit hinwies und sich das Ende des Rollstuhlprojekts abzeichnete, schien der ein- oder andere Schüler fast ein wenig traurig zu sein. Emotionen die für sich sprechen.  

Vielen Dank an alle Beteiligten für die Organisation dieses tollen Projekts. Wir freuen uns schon auf das kommende Jahr, wenn es in Marienau wieder heißt „Rollstuhlsport macht Schule“.     

Text: Lisette Buhr  

Bild: Schule Marienau