DRS Bunte Leiste
24.09.2018

Deutsche Degenfechter auf Platz 7 im Teamwettbewerb

Abschluss der Europameisterschaften im Rollstuhlfechten in Terni

Das deutsche Team der Fecht-WM 2018

Die erfolgreichste Einzelstarterin: Ulrike Lotz-Lange mit Cheftrainer Alexander Bondar

Bondar mit Maurice Schmidt - Alle Fotos: © Ira Ziegler

Die deutsche Herrennationalmannschaft hat in den Teamwettbewerben Platz 7 abonniert. Nach Herrenflorett und Herrensäbel reicht es auch bei den letzten Entscheidungen nicht für einen Platz auf dem Treppchen.

Die Bilanz der deutschen Nationalmannschaft bei den Europameisterschaften der Rollstuhlfechter im italienischen Terni ist nicht optimal, aber zufriedenstellend: 1x Gold, 1x Bronze plus insgesamt acht TOP-8–Platzierungen. Insgesamt platziert sich Deutschland im Medaillenspiegel auf – wie sollte es anders sein – Rang 7.

Im Teamwettbewerb wird nach der Weltrangliste gesetzt und ohne eine Vorrunde geht es unmittelbar in die Direktausscheidung. Die deutsche Herren-Equipe musste sich – wie schon im Florett und Säbel - direkt mit der europäischen Spitze bereits im ersten Mannschaftskampf auseinandersetzen. Paralympicssieger Frankreich hatte bereits in Rio 2016 bewiesen, dass Herrendegen zu seiner Spezialität gehört und taktisch klug China auf Platz zwei verwiesen. Wie nicht anders zu erwarten war, ließen die Franzosen dem deutschen Team keine Chance und schickten sie in das B-Finale um die Plätze 5 bis 8. Etwas überraschend verlor auch Polen sein erstes Mannschaftsgefecht gegen die Ukraine und traf dadurch im B-Finale auf das deutsche Team. Der Kampfgeist war spürbar, aber am Ende siegte Polen doch recht deutlich. Beim Match um den siebten Platz musste nun ein Sieg her und siehe da, es funktioniert: Dieses Mal sind es die Deutschen, die die einzelnen Gefechte bestimmen und gewinnen und sich damit auf Rang 7 positionieren.

Erfolgreichste Einzelstarterin war Ulrike Lotz-Lange, die einzige deutsche Starterin in der Kategorie C. Mit einer guten Vorrunde qualifizierte sie sich für die Direktausscheidung im Damendegen. Nachdem sie die amtierende Weltmeisterin Ksenia Ovsyannikova (RUS) mit 15:12 auf den Bronzerang verwies, war der Gewinn der Goldmedaille Pflicht und Kür zugleich. Mit ihrer Zweitwaffe Florett gelang ihr ebenfalls der Einzug in das Halbfinale. Taktisch clever nahm sie sich Zeit für das Gefecht, blieb aber am Ende glücklos und musste sich mit Platz 3 zufrieden geben.

Maurice Schmidt (SV Böblingen) verpasste bei seinen Einzelstarts knapp eine Medaille. Im Säbelwettbewerb der Kategorie A lieferte er eine blitzsaubere Vorrunde. 5 Siege und eine Niederlage mit 4:5 sorgten für Setzplatz 4 in der 32er Direktausscheidung. Auf dem Weg in das Viertelfinale fegte der Böblinger Alberto Pellegrini (ITA) mit 8:15 von der Bahn. Andrij Demchuk (UKR) verhinderte den Einzug des Böblingers in das Halbfinale. „Maurice ist dicht an der Weltspitze dran. Gegen den Paralympicssieger und Weltranglistenzweiten 11:15 zu verlieren ist keine Schande!“ ist Alexander Bondar, Cheftrainer Rollstuhlfechten, sichtlich begeistert von seinem Athleten.  Schmidt belegt in der Endabrechnung Platz 6. In seiner Paradewaffe Degen lief es ähnlich gut. Schmidt qualifiziert sich problemlos für die 32er Direktausscheidung und ist bis ins Viertelfinale nicht zu stoppen. Erst Artur Yusupov (RUS) findet ein Rezept gegen den Deutschen und verweist ihn mit einem 15:8 auf Rang 5.

Ebenfalls in der Startklasse A geht Julius Haupt (PSV Weimar) auf die Planche. Der Thüringer Florettspezialist startet erstmalig bei den Aktiven-Europameisterschaften und kann mit Platz 17 im Florett und Platz 23 im Säbel die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen.

Die Arbeitsbiene des deutschen Teams, Sylvi Tauber (Makkabi Rostock), geht als einzige Deutsche gleich in drei Waffen an den Start. Den Auftakt bildete für die Athletin aus Mecklenburg-Vorpommern der Wettbewerb im Damensäbel Kategorie B, wo sie mit Platz 7 ihr bestes Ergebnis holte. Erst die spätere Europameisterin Olena Fedota (UKR) verhinderte im Viertelfinale  Taubers weiteren Siegeszug.  Am Folgetag stand dann Damenflorett auf dem Programm. Die Rostockerin kam schon in der Qualifikationsrunde nicht richtig ins Turnier und unterlag im Kampf um den Einzug unter die Top 8 Cecile Demaude (FRA). Am Ende belegte sie Rang 9. Am dritten Wettkampftag in Folge bestritt Tauber dann ihr drittes Turnier bei der Europameisterschaft, diesmal Damendegen. Bereits im Viertelfinale beschert ihr die spätere Vizemeisterin das Aus und Platz 12.

Balwinder Cheema hat einen so deutlichen Trainingsrückstand im Gepäck, dass dieser sich bei der  Europameisterschaft nicht verbergen lässt. Mit Platz 16 im Säbelwettbewerb der Kategorie B sind weder der Athlet noch der Trainer zufrieden. Und auch in der Degenkonkurrenz lässt sich deutlich ablesen, woran der Rostocker noch arbeiten muss. „Platz 18 ist auch mit Blick auf eine Qualifikation für die Paralympics in Tokyo nicht ausreichend“ zeigt sich Cheftrainer Alexander Bondar enttäuscht „allerdings wissen wir jetzt woran wir noch arbeiten müssen und der Qualifikationszeitraum beginnt erst mit dem Weltcup in Tiflis/GEO im November.“

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