DRS Bunte Leiste
19.07.2018

Kleiner aber feiner Abschluss in Polen

Rollstuhlfecht-WM Warschau: Vier Medaillen und vier weitere Top-10-Platzierungen

Der Trainer mit dem dreiköpfigen Athletenteam (v.l.n.r.): Gavrila Spiridon, Felix Schrader, Maurice Schmidt, Julius Haupt - Foto: Ira Ziegler

Bundesnachwuchstrainer Gavrila Spiridon hat die Mitglieder U17-/U23-Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaften in Warschau gut ausgewählt und auf die Wettkämpfe eingestellt. Die deutschen Rollstuhlfechter erfechten sich bei insgesamt zehn Starts vier Medaillen und vier weitere Top-10-Platzierungen.

Maurice Schmidt  verkauft sich in Warschau am effizientesten. Bei zwei Starts, altersbedingt kann der Böblinger nur in der Altersklasse der 23-Jährigen und jünger starten, sichert er sich Silber im Säbel und Bronze mit dem Degen und bringt damit das deutsche Team auf die Erfolgsspur. „Das ist nur knapp am Optimum vorbei.“ resümiert Fachbereichsleiterin Ira Ziegler. „Im Degen beherrscht der alte und neue Weltmeister Maxim Shaburov (RUS) die Szene und bei optimalem Turnierverlauf wären er und Maurice erst im Finale und nicht schon im Halbfinale aufeinander getroffen.“

Erst 2016 für das Rollstuhlfechten entdeckt, gelingt dem Weimarer Julius Haupt gar der ganz große Coup. Das Nachwuchstalent kann im U17-Florett die Goldmedaille mit nach Hause nehmen und sichert sich damit in der U17-Weltrangliste unange-fochten den ersten Platz. Der Florettspezialist, der in Warschau in Ermangelung eines U17-Säbelwettbewerbs im Degen startet, krönt den Weltmeistertitel mit Degen-Bronze. Seine Starts in der U23 zeigen, dass auch dort mit ihm zu rechnen ist. Im Säbel als Fünfter schrammt Haupt nur knapp an einer Medaille vorbei, im Florett glänzt er mit dem zehnten Platz.

Der erst fünfzehnjährige Felix Schrader, Youngster im deutschen Team, liefert in Warschau einen guten Wettkampf, bleibt aber ohne Medaille. Er startet wie Haupt ebenfalls in beiden Altersklassen, jeweils mit Florett und Degen. Der erste Platz der Setzrangliste nach einer glänzenden Vorrunde im U17-Florettwettbewerb beschert Schrader eine lange Pause bis zum nächsten Gefecht. Er unterliegt im Viertelfinale dem späteren Vizeweltmeister Abdullah Alkhadi (KUW) und wird Fünfter. Auch im Degenwettbewerb schafft der Florettspezialist mit Platz 7 ein tolles Ergebnis. In der U23 kann sich der Esslinger gut behaupten und erkämpft sich die Plätze 13 (Degen) und 16 (Florett).

Am Ende der U17-/U23-Weltmeisterschaften in Warschau kann das deutsche Team somit eine Gold-, eine Silber- und zwei Bronzemedaillen für sich verbuchen. „Ich bin sehr zufrieden!“ resümiert Bundesnachwuchstrainer und Degenspezialist Gavrila Spiridon „Wir haben insgesamt vier Medaillen gewonnen und die zwei Top-8-Platzierungen Platz von Felix lassen für die Zukunft hoffen.“

Ira Ziegler 

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