DRS Bunte Leiste
22.06.2018

Mit dem Bike durch den Großstadtdschungel

Das war das Handbike-Sicherheitstraining 2018 - ein Erfahrungsbericht

Statt in Feld, Wald und Flur ging es mit dem Handbike auf Münchens Straßen, Plätze und Brücken. - Fotos: Privat

Meine Mutter hatte von einer anderen Familie beim Rollisport gehört, dass dieser Kurs toll sein soll und noch Teilnehmer gesucht werden. Also meldete sie uns an.

Tja und dann folgte ein tolles, langes Wochenende in München. Bayrisch blau-weißer Himmel, eine sehr schöne Jugendherberge (München-Park), ein geniales Team bestehend aus Gerda, Sarah, Markus und Nico, sieben coole Jungs und ein nettes Mädchen sowie super Touren, die es allerdings  in sich hatten.

Es startete Donnerstag, am letzten Maitag, im Innenhof der Jugendherberge München-Park ganz harmlos mit ein wenig Theorie, was so ein Handbike (Fahrrad/Rollstuhl/Adaptivbike/Liegefahrrad/Therapiefahrrad) denn braucht, um verkehrssicher zu sein. Leuchtende, reflektierende Kleidung kann lebensrettend sein! Außerdem hatten schon einige mehr oder minder schlimme Erfahrung damit, dass man mit einem Handbike auch stürzen kann - speziell an Bordsteinen und Schrägen, in Kurven und Schlaglöchern. Bevor es langweilig wurde, ging's raus auf weitgehend autofreien Wegen zu unserem Übungsgelände - einem Firmengelände, das wir nutzen durften. Bremsen und Schalten will geübt sein. Auf der Rückfahrt zur Jugendherberge passierte auch schon etwas – ein leichter Sturz und Reifenpanne. In der Gruppe kein Problem. Alleine wären solche Situationen durchaus unangenehmer. Gute Übung also, um ggf. gewappnet zu sein.

Freitag trainierten wir auf dem Übungsgelände Slalom fahren, Fußgänger beachten, zielgenaues Bremsen, Verkehrsregeln - es ist schon ganz schön viel, zumal sich so ein Handbike oder Therapie-rad selbst mit E-Motor nicht von alleine fahren. Mittags nach dem Lunchpaket im Innenhof der Jugendherberge stand Verkehrszeichen lernen an. Warum gibt es davon nur so viele? So ein Ausflug zum Biergarten mit Eis-Essen entschädigt für fast alles. Wir fuhren in zwei getrennten Gruppen, weil wir mit Begleitpersonen insgesamt ein Tross von 24 Fahrzeugen waren. An Kreuzungen und auf Gehwegen wurde das schon eng. Gerda führte uns dann noch Isar-aufwärts zu einer sehr hohen Eisenbahnbrücke. Bei manchem Fahrer ließ die Kraft doch langsam nach. Abends fielen wir alle k. o. ins Bett.

Am Samstag schafften wir alle vormittags die praktische Prüfung – eine gute Voraussetzung, um uns nachmittags ins Münchner Altstadtgetümmel zu stürzen – inklusive Demo-Absperrung auf dem Marienplatz. Wir konnten das Gelernte gleich richtig einsetzen, zum Beispiel einen hohen Bordstein richtig runterfahren. Wir kamen alle vollzählig, gesund und mit intakten Fahrzeugen wieder an der Jugendherberge an - sprich wir hatten wirklich viel gelernt, denn nicht jeder von uns hätte sich das vorher zugetraut. Nachdem wir am Sonntagmorgen alle unsere theoretische Handbike-Prüfung bestanden - es war nicht so schwer, zum Glück - meinte Gerda: Wir hätten nach den drei Tagen mit ca. 20 Tageskilometern im Schnitt noch eine "kurze" (knapp 10km), "langsame" (Schnittgeschwindigkeit von 10km/h) Abschiedsrunde an der Isar verdient. Bei Traumwetter ging's auf Radwegen mit Blick auf die Isar durch den Wald. Danach hieß es fast schon Abschied nehmen - selbstverständlich nicht ohne unseren Handbike-Führerschein!

Fazit: Nächstes Jahr sind wir gern wieder dabei! Es hat einfach sehr viel Spaß gemacht und das Handbike bzw. das Therapierad fahren fällt uns viel leichter!

Liebe Gerda, Markus, Sarah und Niko,

Vielen Dank für das tolle Handbike-Sicherheitstraning. Wir haben viel gelernt und wir waren eine tolle Gruppe. Besonders schön waren die Ausfahrten an der Isar entlang und das gemütliche Beisammensein. Wir freuen uns auf das nächste Mal. 

Noel und Arvid

>>> www.rollstuhlsport.de/handbike