DRS Bunte Leiste
07.09.2017

DRS-Verbandstag bestätigt Vorstand

Ulf Mehrens weiter an der Spitze

v.l.n.r.: Moderator und Kabarettist Rainer Schmidt, Ulf Mehrens, Annika Zeyen, Reinhard Schneider, Friedhelm Julius Beucher und Dr. Klaus Kinkel im Gespräch.

Die Ehren-Preisträger - hinten (v.l.n.r.): Gesche Schünemann, Eugen Hoch, Gregor Pleßmann, Ira Ziegler, Dr. Horst Strohkendl, Dr. Gertrude Krombholz. Vorne: Manfred Ewig und Albrecht Hung.

Von den Mitgliedern bestätigt - der DRS-Vorstand (v.l.n.r.): Ann-Katrin Gesellnsetter (Beisitzerin), Uwe Bartmann (2. stellv. Vorsitzender), Ulf Mehrens (Vorsitzender), Jean-Marc Clément (1. stellv. Vorsitzender) und Peter Richarz (Beisitzer).

Großer Vertrauensbeweis für Ulf Mehrens und seine Vorstandskollegen Jean-Marc Clément und Uwe Bartmann: Im Rahmen des ordentlichen Verbandstages des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes e.V. (DRS) 2017 bestätigten die Mitglieder den Vorstand für eine weitere Amtsperiode.

Am vergangenen Sonntag fanden sich die Delegierten der DRS-Mitgliedsvereine im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn zusammen, um diverse Gremien und Ämter, allen voran den DRS-Vorstand für die nächste vier Jahre zu wählen. Zahlreiche Ehrengäste aus Sport und Politik unterstrichen mit ihrem Besuch des Verbandstages die langjährige Bedeutung des DRS, der in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiert.

Dr. Klaus Kinkel, Außenminister a.D. und langjähriger DRS-Ehrenpräsident, betonte die Faszination, die vom Behindertensport ausgeht und erinnerte sich an harte Verhandlungen mit politischen Entscheidern sowie Kostenträgern, als das Wort „Inklusion“ noch gar nicht existierte. Nicht zuletzt durch die unermüdliche Arbeit des DRS sei der Behindertensport weiter in die Mitte der Gesellschaft gerückt.

Auch die ehemalige Rekord-Nationalspielerin im Rollstuhlbasketball Annika Zeyen, die nach ihrer beispielhaften Basketballkarriere inzwischen als Rennrollstuhl-Athletin im Spitzensport aktiv ist, brachte ihre enge Verbundenheit mit dem DRS zum Ausdruck: „In der Kinder- und Jugendabteilung des DRS (“rollikids“, Anm. d. Red.) kam ich nach meinem Reitunfall das erste Mal überhaupt mit dem Rollstuhlsport in Berührung. Wenige Jahre später war ich bereits Teil der RBB-Nationalmannschaft der Damen und habe mit diesem Team Orte auf der ganzen Welt bereist, beeindruckende Menschen kennengelernt und außergewöhnliche Erfahrungen gesammelt, die mein Leben für immer prägen werden. Als Fahnenträgerin die deutsche Mannschaft bei den Paralympics 2016 in Rio anführen zu dürfen, war hierbei sicherlich eines der größten Highlights eines jeden Sportlers."

Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportbundes (DBS), unterstrich in der Talkrunde die dringende Notwendigkeit der Öffentlichkeitsarbeit im Behindertensport und bedauerte in diesem Kontext sehr die Nicht-Übertragung der Para-Leichtathletik-WM 2017 in London der öffentlich-rechtlichen Medienanstalten, obwohl eine Berichterstattung im Vorfeld angekündigt wurde. Der Behindertensport müsse sich trotz wachsenden öffentlichen Interesses weiterhin zu großen Teilen selbst um seine Aufmerksamkeit kümmern.

Ulf Mehrens bedankte sich nach den Gremienwahlen für das in ihn und seine Vorstandskollegen geschenkte Vertrauen und verdeutlichte, dass der Verband trotz vieler Erfolge weiterhin vor großen Herausforderungen stehe: „Wir haben in den letzten Jahren viel erreicht, aber eines unserer Hauptziele bleibt, dass jeder Rollstuhlsport-Interessierte im Umkreis von 50 Kilometern das passende Angebot findet. Fernab von Ballungsgebieten sind wir immer noch weit entfernt von einem flächendeckenden Breitensport-Angebot für alle Menschen mit Behinderungen,“ bilanzierte Mehrens seine Vorstandsarbeit seit 1995.

Im Rahmen der 40-Jahr-Feierlichkeiten wurden darüber hinaus bereits am Vorabend Personen geehrt, die sich in besonderer Weise um den Rollstuhlsport verdient gemacht haben oder durch herausragende sportliche Leistungen in Erscheinung getreten sind: Dr. Gertrude Krombholz wurde für ihre Aufbauarbeit rund um die Sportart „Rollstuhltanz“ ausgezeichnet, Manfred Ewig erhielt eine Würdigung als „Hüter des umfangreichsten Archivs im Rollstuhlsport“. Albrecht Hung, der bereits in den 80er-Jahren 800 km von Hamburg bis München mit dem Rollstuhl zurücklegte und damit auf großes mediales Interesse stieß, wurde für seine Pionierarbeit in der Außendarstellung des Rollstuhlsports geehrt.

Mit Ehrenpreisen bedacht wurden auch langjährige Mitarbeiter des DRS, die in ihren Abteilungen viele Jahre erfolgreiche Aufbauarbeit geleistet haben: Dr. Horst Strohkendl (DRS-Lehrwart & „Chef-Ausbilder“) Eugen Hoch (ehem. Leitung paralympisches Boccia), Ira Ziegler (seit 2007 Leitung Rollstuhlfechten) sowie Gregor Pleßmann, der bereits seit 1996 das DRS-Verbandsmagazin „Sport & Mobilität mit Rollstuhl“ gestaltet und veröffentlicht. Mit dem „Sportler-Ehrenpreis 2017“ wurde die Rollstuhlbasketballerin Gesche Schünemann ausgezeichnet, die in diesem Jahr nach zehn erfolgreichen Jahren als Nationalspielerin und mehrfache Goldmedaillengewinnerin (u.a. Paralympics London 2012) ihre Profikarriere beendete.

Die weiteren Preisträger (zur Verleihung verhindert): Gerda Pamler (Leitung AG Wasserski), Christiane Reppe (amt. Weltmeisterin im Handbike-Fahren), Georg Kreiter (paralymp. Spitzensportler Ski alpin) und Edina Müller (amt. Weltmeisterin im Parakanu).


Text/Fotos: DRS/Malte Wittmershaus