DRS Bunte Leiste
23.05.2017

Elektromobilität für Rollstuhlfahrer

Ein Gespann aus PROACTIV Wheel-e & Traveler für die DRS-Rollikids

Jörg Sättle (2.v.r.) und Ellen Mortha (r.) übergeben den DRS-Rollikids das Zuggerät Wheel-e samt Rollstuhl Traveler 4you Ergo und DRS-Rollifreak Klaus D. Herzog (sitzend) ließ es sich nicht nehmen, sogleich im neuen PROACTIV-Gefährt Platz zu nehmen. Mit dabei war auch das "Rollikid" Amelie M. (ganz links), die die Szenerie neugierig beobachtete. - Foto: PROACTIV/DRS

Elektromobilität ist zurzeit in aller Munde, da wird vom 2½ Tonnen Edel SUV, über diverse Plugin Hybrids, und kleine Elektro-Autos ohne Kofferraum diskutiert, die sich nur ein wenige leisten können. Derweil erobern kleine Elektro-Scooter und pfiffige Elektro-Motorräder die Straßen und Plätze - richtigen Schwung und Akzeptanz haben schon die E-Bikes und Pedelecs aufgenommen. Längst haben sie das Image von "Senioren- oder BehindertenHilfen" hinter sich gelassen und sind zu (bezahlbaren) pfiffigen Hightech-Geräten für jedermann geworden.

Wie - was "BehindertenHilfen" als abwertendes Schimpfwort? Nun da wird schon manchmal was nicht so Korrektes daher gesagt, ohne darüber nachzudenken – mir ging es vor Jahren aber kaum anders, als ich nach Elektro-Unterstützung beim Handbike fragte. Als "Fauler Sack" wurde ich bezeichnet oder ein entsetztes: "Das brauch ich doch nicht!", was ich mit: "Das ist doch unter meiner Ehre als echter Handbiker!" übersetzte. Auch dies hat sich mittlerweile geändert. Die meisten Hand-Biker haben erkannt, dass eine intelligente Unterstützung sie noch genug strampeln lässt, aber dennoch die Berge flacher und die Reichweiten größer werden lässt – wenn man mal von den paar Ausnahme-Sportler absieht, die locker flockig 542km am Stück von Trondheim nach Oslo radeln.

Und jetzt das: Ein Zusatzgerät, wo ich gar nix tue – mich und meinen Rollstuhl "nur" ziehen lasse – "Ei, ei, ei, der Klaus ist alt geworden!" Nun ja, ist ja keiner gefeit gegen Vorurteile – nicht mal ich. Als mich Ellen Mortha, die Marketing Frau von PROACTIV, vor ca. 1 ½ Jahren das erste Mal auf den Wheel-e ansprach, war auch ich noch recht reserviert – das sah nach meinem Wheel-e Test (siehe Artikel: Mein Mofa 2.0 im DRS Heft vom Sept. 2o17) im letzten Sommer schon ganz anders aus. Wir von den DRS RolliKids/RolliFREAKS waren heiß geworden auf das pfiffige Vorspann-Elektro-Rädchen. Und so führten unsere Unterstützungs- und Zusammenarbeitsverhandlungen zwischen PROACTIV und den DRS RolliKids zur Zusage eines solchen Vorführgerätes – Jowh!

Und nun endlich war es soweit – kurz vor der Rehab-Messe in Karlsruhe konnte ich in Dotternhausen unser "Gespann" abholen – mit Straßenzulassung - leider im Moment noch auf 15km/h begrenzt – aber ich bin guter Hoffnung, dass sich da in Zukunft noch was tut – sprechen doch alle von Gleichbehandlung! Da stellt sich mir dann schon die Frage, warum dürfen E- und Handbike-Bikes bis 25km/h und die größeren Pedelecs sogar bis 40km/h unterstützt werden und wir müssen – genau aus dem Grund der Langsamkeit sogar mit einem riesigen Warndreieck am Heck umeinander zotteln… Ja das gilt erstmal für den öffentlichen Straßenverkehr, fernab öffentlicher Wege läuft das Teil dann 24km/h und das ist schon super – vor allem wenn ich die große Reichweite von 60 – 80 Kilometer sehe, da sind dann schon feine Touren drin.

Ich freue mich drauf, das nun alles ausprobieren zu können. Zum Einkaufen in Regensburg oder Hennef, auf neuen und alten Wegen rund um meine Heimat und demnächst nach Schweden und Südtirol (dank der modularen Technik, lässt sich alles zu kleinen – handlichen Teilen zerlegen und locker im Auto verstauen – und keine Kette schmiert irgendwo rum oder verheddert sich.

Ich sage, danke im Namen der RolliKids an Jörg Sättele, Ellen Mortha, Arne Schadow und Norbert Wolthaus von PROACTIV und lade alle Interessierten ein, sich mit mir wegen eines Testtermins und der Möglichkeit zur Beseitigung von Vorurteilen in Verbindung zu setzten.

Ciao und Servus
Euer Klaus von den DRS-Rollikids
klausd.herzog(at)gmx.de