DRS Bunte Leiste
11.10.2016

Der DRS gratuliert Heini Köberle zum Jubiläum

Der „Marathon-Mann“ des Rollstuhl-Sports wird heute 70

Heini Koeberle feiert heute seinen 70. Geburtstag

Seit Ende seiner aktiven Sportkarriere widmet sich Heini der Nachwuchsarbeit im Rollstuhlsport

Mit dem "Rio ruft!"-Projekt trainierte Heini in den vergangenen Jahren junge Athleten auf dem Weg zu den Paralympics (Fotos: Archiv Koeberles)

Bereits als Heinrich „Heini“ Köberle 1984 in Stoke/Mandeville mit seinem Schnellfahr-Rollstuhl die Ziellinie beim Marathon überquerte, schrieb der Allgäuer erstmalig Sportgeschichte: Er war nicht nur einer von nur drei Startern in der neu eingeführten Wettkampfklasse T1 am Start und somit einer der ersten Sportler überhaupt, die sich an die 42,195 km lange Strecke wagten (den Marathon hatte man einst Tetraplegikern, also Rollstuhlfahrern mit hoher Lähmungshöhe, aufgrund der immens hohen körperlichen Belastung nur bedingt zugetraut) - er war damals auch der einzige Starter, der überhaupt die Ziellinie überquerte und damit seine erste paralympische Goldmedaille gewann. Doch das war erst der Beginn einer beindruckenden sportlichen Karriere, die bis heute ihresgleichen sucht. 

Auch 1988 bei den Paralympischen Spielen in Seoul kam er, diesmal mit erheblich stärkerer Konkurrenz, wieder als Erster im Ziel an - seine Streckenzeit von 3:41:47 von vor vier Jahren verbesserte er dabei auf unglaubliche 2:50:39, also über 50 min schneller als bei seiner Paralympics-Premiere! Nun hätte man denken können, dies sei kaum noch steigerungsfähig. Heini Köberle war allerdings gerade erst auf den Geschmack gekommen und perfektionierte in den Folgejahren das Rennrollstuhlfahren in Deutschland und weltweit abermals durch Verbesserung von Trainingsmethoden und Optimierung der Sportgeräte. In Folge konnte er 1992 in Barcelona seinen wohl größten paralympischen Triumph feiern: mit einer Bestzeit von 2:32:56 fuhr er den anderen neun Marathon-Startern abermals davon und hält damit bis heute (!) den paralympischen Rekord in seiner Wettkampfklasse.  

Ín den kommenden Jahren verschrieb sich der Ausnahme-Athlet Köberle komplett dem Marathon-Sport und holte in Atlanta 1996 abermals Gold. Bei den Spielen 2000 in Sydney musste sich Köberle (mittlerweile 54 Jahre alt) dann erstmalig mit dem 2. Platz zufrieden geben. Wenn dies auch sein letzter Auftritt bei Paralympischen Spielen war, so hat der Rennrollstuhl-Sport Heini Köberle bis heute nicht losgelassen. Neben weiterer zahlreicher Marathons (allen voran zu nennen ist hier der Berlin-Marathon, an dem Heini bis 2010 mit Ausnahme zweier Paralympics-„Zwangspausen“ seit 1982 regelmäßig teilnahm) gibt der Vollblut-Sportler seine langjährige Erfahrung und sein umfangreiches Fachwissen seit Ende seiner Leistungssport-Karriere an die nächste Generation weiter: Als Leichtathletik-Coach des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes kümmert sich Heini gemeinsam mit seiner Frau Gudrun seit nunmehr 15 Jahren um die „Nächste Generation“ der Rennrollstuhl-Fahrer in Deutschland. Mit regelmäßigen Lehrgängen, Leistungstreffs und Schnupperkursen für die DRS-Rollikids ist Heini Köberle weiterhin ein Garant dafür, dass der Schnellfahr-Sport wie gehabt eine feste Größe im deutschen paralympischen Leichathletik-Sport darstellt - viele Paralympics-Teilnehmer (zuletzt Denis Schmitz bei den Spielen 2016 in Rio) hat Heini zuvor unter seine Fittiche genommen.  

Zu Deinem heutigen 70. Geburtstag gratuliert Dir, lieber Heini, das gesamte DRS-Team ganz herzlich! Wir wünschen Dir weiterhin viel Freude, Gesundheit und Glück für alle Lebenslagen und möchten dieses Jubiläum auch zum Anlass nehmen, Dir einmal mehr „Danke“ zu sagen: für alles, was Du für den Sport getan hast, weit über die Landesgrenzen hinaus, für Deine und Gudruns langjährige und unermüdliche Jugendarbeit und vor allem für Deine wunderbare Art, alles mit einem Lächeln und mit Freude anzugehen und stets nach vorne zu blicken!  

Unsere allerbesten Glückwünsche, lieber Heini - bleib‘ wie Du bist! 

Deine Freunde und Kollegen vom DRS