DRS Bunte Leiste
29.03.2016

Rollstuhlbasketball am C-.J.-Burckhardt-Gymnasium

In Lübeck macht Rollstuhlsport Schule

Was sollte man mitbringen?  - Ein bisschen Bewegungsgefühl, Geschicklichkeit, vor allem aber Neugier und Freude am Ausprobieren. - Was bekommt man? - Neue Erfahrungen, schnelle Erfolgserlebnisse, und vor allem Freude am gemeinsamen Spiel mit dem Basketball – aber einmal anders!  

Als die zwanzig Rollstühle in der Sporthalle stehen, sind die Jugendlichen kaum zu bremsen. Eine kurze Einweisung von Herbert Tietz und dann geht es los  -  reinsetzen und losfahren. Einige fahren schnell in rasanten Kurven, bremsen und drehen auf der Stelle. Andere sind dankbar für die Tipps von Bernd Eickemeyer, der selbst seit Jahren im Rollstuhl sitzt und viel Erfahrung im Rollstuhlsport hat. 

Dann kommt der Basketball ins Spiel uns es beginnt das Ausprobieren. Passen geht ja noch, Dribbeln ist schon schwieriger, das Werfen aus dem Korb ist aber doch sehr ungewohnt. Mehr Kraft aus den Armen, rechtzeitiges Abstoppen aus dem Rollen – und dann ist da noch ein Verteidiger, der einem in den Weg fährt, der den eigenen Rollstuhl blockiert. Spätestens jetzt ist klar, dass Basketball im Rollstuhl eine ganz neue Herausforderung darstellt. 

Herbert Tietz als Trainer organisiert ein paar taktische Spielformen, ein paar Wurfübungen, und dann werden Mannschaften gebildet. Das Spiel 5 gegen 5 reizt natürlich am meisten und bildet den Abschluss der Übungsstunde. Jetzt sitzen alle zehn Jugendlichen in Wettkampfrollstühlen, die durch einen negativen Sturz der Räder und Stützen am hinteren Rahmen sehr wendig und sicher sind. Schnell erkennt man von außen Muster des Sportspiels – Freifahren und Passen, Werfen und Blocken, Rebound und schneller Pass nach vorn – eben Basketball, aber einmal anders. 

Und was soll das alles? - Die jeweils etwa zwanzig Mädchen und Jungen der zwei Oberstufenkurse des Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasiums waren nach der etwas anderen Sportstunde begeistert von dem „neuen“ Spiel, den Rollstuhl haben die meisten wohl zunächst als neues Sportgerät verstanden. Beeindruckt waren sie aber auch von der Erfahrung, dass man mit diesem Gerät, welches für viele Menschen eine notwendige Hilfe im Alltag ist, Sport treiben und Freude am Spiel haben kann. 

Die Perspektive wechseln, die Situation des anderen praktisch erfahren, das fördert zunächst das Verständnis für die Menschen mit einer Bewegungseinschränkung. Schnell aber wird klar, dass man trotzdem oder vielleicht gerade jetzt gemeinsam Sport treiben kann, dass jeder Rollstuhl fahren kann, Menschen mit unterschiedlicher Bewegungseinschränkung, aber eben auch „Fußgänger“, wie sie von den „Rollis“ genannt werden. 

Hier beginnt dann die Inklusion  -  „Wir geben Ausgrenzung einen Korb“! 

Andreas Hill - Sportlehrer am CAJABU 

>>> zum C.-J.-Burckhardt-Gymnasium
>>> zu den Schulprojekten des DRS