DRS Bunte Leiste
23.07.2015

"Shalom!" - Rollstuhlsportleraustausch mit Israel

Spieler der deutschen und israelischen RBB-Nationalmannschaften vor der Klagemauer in Jerusalem.

Streetball-Turnier auf dem Rathausplatz von Jerusalem.

Freundschaftsspiel im Beit Halochem in Tel Aviv.

Anlass des vom Auswärtigen Amt geförderten Sportleraustauschs ist das 50-jährige Jubiläum deutsch-israelisch diplomatischer Beziehungen.

Tel Aviv, Juli 2015 - Anlässlich des 50-jährigen Bestehens deutsch-israelisch diplomatischer Beziehungen flog die deutsche RBB-Nationalmannschaft am 15. Juli 2015 ins 3000 km entfernte Israel. Grund des Besuchs war die Teilnahme an einem durch das Auswärtige Amt geförderten Austauschprojekts. Im Juni diesen Jahres wurde bereits die israelische Nationalmannschaft von den Deutschen in die Städte Hamburg und Wulfen (NRW) eingeladen. Nun folgte der Gegenbesuch der deutschen Herren nach Tel Aviv. Neben sportlichen Begegnungen standen auch die kulturelle Bildung und das Stärken und Pflegen der bestehenden Freundschaften auf dem Programm.

Am Mittwoch, dem Ankunftstag ging es für die Herren zunächst vom Flughafen Tel Aviv direkt in die Sporthalle des „Beit Halochem“, um ein paar Körbe zu werfen und zu trainieren. Das Beit Halochem ist das Behindertensportzentrum der israelischen Armeeveteranen, in dem unter anderem auch die israelische Nationalmannschaft trainiert. Nach der Einheit in der Sporthalle ging es ins Hotel, wo sich alle - erschöpft von der Reise und vom Training - auf das gute israelische Abendessen freuten. 

Den folgenden Donnerstag begann die Mannschaft um 9:30 Uhr mit der zweiten Trainingseinheit im Veteranencenter. Nach einem stärkenden Mittagessen ging es mit dem israelischen Nationalteam ins 65km entfernte Jerusalem. Neben der Kultur Jerusalems standen auch sportliche Begegnungen auf der Agenda, so wurde z.B. ein 3x3 Streetballturnier auf dem Rathausplatz organisiert.

Der stellvertretende Bürgermeister nahm das Team am Rathausplatz in Empfang. Von dem Balkon des Bürgermeisterbüros hatte man eine herrliche Aussicht über viele Sehenswürdigkeiten der Stadt.Nach der kurzen Pause beim Bürgermeister ging es gegen 19 Uhr ins Finalspiel des 3x3 Turniers. Um 21:30 Uhr wurde das Team zu einer Stadtrundfahrt mit dem Bus eingeladen. Faszinierend waren hier die Feierlichkeiten zum Ende des Ramadans und das friedliche Zusammenleben der Orthodoxen, Juden, Muslime und Christen mitzuerleben. Zum krönenden Abschluss des langen Tages besuchte unser Team noch die Klagemauer! Nach der Rückfahrt mit dem Bus war die Mannschaft gegen 2:30 Uhr nachts erschöpft aber zufrieden zurück im Hotel in Tel Aviv.

Aufgrund der späten Rückreise wurde das geplante Training  am Freitagmorgen durch eine nicht weniger wichtige Videoanalyse im Hotel ersetzt. Im Anschluss folgte ein Testspiel gegen Israel, welches die deutschen Herren mit 85:59 deutlich für sich entscheiden konnten. Besucht wurde das Spiel von der gesandten der deutschen Botschaft, Monika Iwersen.

Der Samstagmorgen startete wieder mit einer Trainingseinheit im Beit Halochem. An diesem Tag stand alles auf Schabbat, dem Ruhetag des Judentums. So hielt zum Beispiel der Fahrstuhl auf jeder Etage, so dass man keinen Knopf drücken, also keine Arbeit verrichten muss. Ebenso waren die Drehtüren am Hoteleingang und die Kaffeemaschine im Restaurant ausgeschaltet - interessante kulturelle Unterschiede, denen die Spieler bestimmt noch lange im Gedächtnis bleiben. Am Samstagnachmittag sollte das letzte Basketballspiel der Reise stattfinden, welches das Team Germany mit 65:56 für sich entschied. Den Abend ließen beide Teams mit ihren Trainern und Betreuern und in Begleitung von Monika Iwersen im River Restaurant in einer Plaza in Tel Aviv ausklingen. Es wurde auch ein bisschen gefeiert, denn der Co-Trainer Ralf Neumann hatte Geburtstag!

Die Spieler blicken auf eine tolle, interessante und auch einprägsame Zeit zurück. Es konnten neue Freundschaften geschlossen und alte gepflegt werden - so traf zum Beispiel André Bienek einen alten Studienkollegen aus den USA. Mit der Mannschaft gibt es eine Vielzahl von neuen Multiplikatoren, die die deutsch-israelischen Beziehungen stärken und ausbauen können.

 

Text/Fotos: DRS/Laura Löffler