DRS Bunte Leiste
09.06.2015

Rollstuhlsportler-Austausch zwischen Deutschland und Israel im Jubiläumsjahr

Bei Ihrem Besuch auf dem Tag ohne Grenzen gab es auch einen Blick zurück: Das Gedenkprojekt Stolpersteine bewegte. - Foto: MSSP - Michael Schwartz Sportfoto

Zu aller erst ging es aber um das verbindene Element des Sport: Beim Erklingen der Nationalhymnen vor dem Rollstuhlbasketballspiel Deutschland gegen Israel sitzen sich beide Teams Arm in Arm gegenüber. - Foto: MSSP - Michael Schwartz Sportfoto

Alex Halouski (2.v.r.) setzt sich gegen die israelische Abwehr von Alon Dor On (Mitte) durch. - Foto: MSSP - Michael Schwartz Sportfoto

Spielszene tagsdrauf in Wulfen beim erneuten Aufeinandertreffen Deutschland vs. Israel. - Foto: Uli Gasper

Zum Abschluss bleiben viele Eindrücke einer sportlich-herzlichen Begegnung auf beieden Seiten. - Foto: Uli Gasper

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland besuchte die israelische Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft am vergangenen Wochenende Deutschland.

Am Donnerstag, den 4. Juni  trafen sich beide Teams in Hamburg zu einem ersten gemeinsamen Training mit anschließendem Abendessen. Der Freitag begann mit dem Besuch des Projekts „Stolpersteine“ vor dem Hamburger Rathaus. Peter Hess, vom Projekt Stolpersteine in Hamburg erläuterte der israelischen und deutschen Rollstuhlbasketballmannschaft die Stolpersteine vor dem Hamburger Rathaus. Dort erinnern 22 Stolpersteine an Bürgerschaftsabgeordnete, die von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden. Drei israelische Mannschaftsmitglieder berichteten, auch aus ihren Familien seien Menschen in der Shoa umgekommen. Das anschließende Spiel auf dem „Tag ohne Grenzen“ gewann das deutsche Team mit 93:38. Nach dem Spiel sagte der Coach der israelischen Mannschaft "Gerade haben wir erst die Meisterschaft in Israel hinter uns gebracht, aber wir hätten trotzdem besser spielen können." Den Tag ohne Grenzen hält er für eine tolle Sache, genauso wie die deutsch-israelischen Beziehungen: "Es ist schön, dass es jetzt auch eine Zusammenarbeit auf der Ebene des Behindertensports gibt."

Nach dem Spiel reisten beide Teams weiter nach Wulfen (Nordrhein-Westfahlen), wo sie am Samstag in der ausverkauften Sporthalle erneut aufeinandertrafen. In Wulfen sahen 500 Zuschauer ein packendes Spiel, in dem sich Deutschland zum Schluss mit 82:66 durchsetzen konnte. Von den Zuschauern gab es im Nachgang Standing Ovations für die Teams. Zum Abschluss des Besuches schauten beide Teams gemeinsam das Championsleague Finale. Neben den öffentlichen Veranstaltungen trainierten die Teams gemeinsam, tauschten sich über Ihre Sportart sowie  über die deutsch-israelische Geschichte aus.

Der Coach der deutschen Mannschaft zeigte sich sehr glücklich im Nachgang des Besuches „Dieser Austausch war für beide Teams gesellschaftlich wie sportlich eine Bereicherung. Wir sind froh, dass diese Begegnung im deutsch-israelischen Jubiläumsjahr stattfinden konnte. Im gemeinsamen Miteinander wurde sich viel über die deutsch-israelische Vergangenheit ausgetauscht“.

Beide Teams freuen sich schon auf ein Widersehen im Juli in Tel Aviv.

Hier erhalten Sie Spielberichte zu den beiden Rollstuhlbasketball-Begegnungen.