DRS Bunte Leiste
06.09.2013

Großer Andrang beim BUKH-Sommer-Sportfest 2013

Sport- und Mitmachangebote locken über 70 Rollstuhlfahrer ins QZ

Man sieht's: Es herrschte großer Andrang!

Unter dem Motto „Gemeinsam spielen und bewegen!“ lud das Berufsgenossenschaftliche Unfallkrankenhaus am vergangenen Freitag Patienten, Ehemalige sowie deren Freunde und Familienmitglieder in die Sporthalle des Querschnittgelähmtenzentrums ein, um am alljährlichen „Boberg-Sportfest“ teil zu nehmen, gemeinsam Sport zu treiben und alte Bekannte wieder zu treffen.

Nach dem Vorweihnachtssportfest im vergangenen Jahr hatte sich das Organisationsteam entschlossen, in diesem Jahr ein Sommerfest auszurichten, was sich angesichts des wunderbaren Spätsommerwetters als richtige Entscheidung erwies: Über 120 Gäste und Teilnehmer, darunter mehr als 70 (!) Rollstuhlnutzer fanden am Vormittag den Weg in die Sporthalle des BUKH (und den Außenbereich), um die verschiedenen Sport-Angebote wahr zu nehmen. Sie ließen sich gerne durch zahlreiche Bewegungsaufgaben zur Mobilität mit Rollstuhl und zu Spiel und Spaß herausfordern.

Gut verpackt in einem kompakten Rahmenprogramm hatten die Teilnehmer in der Zeit von 10:00 bis 14:00 Uhr an den verschiedenen Stationen Gelegenheit, ihre Geschicklichkeit, Ausdauer, Kraft und Schnelligkeit zu testen. Die erzielten Ergebnisse konnten sie in ihrem individuellen Aktionspass vermerken lassen. Nach der Begrüßung durch Peter Richarz (Breitensportleiter beim Deutschen Rollstuhl-Sportverband) sowie der offiziellen Eröffnung durch Dr. Roland Thietje (Chefarzt des Querschnittgelähmten-Zentrums am BUKH) und Christian Schoberth (Seelsorger am BUKH) verteilten sich die Anwesenden schnell auf die zahlreichen Sportstationen:
Viel geschwitzt und laut gestöhnt wurde bei den „1000 Metern auf der Rolle“ am Handbike-Simulator, an der Tischtennisplatte fanden sich schnell Einzel- und „Mixed Double“-Paarungen. Auch „Fußgänger“ konnten einmal die Variante „Rollstuhl-Tischtennis“ ausprobieren. Die beiden Rollstuhlbasketball-Nationalspielerinnen Annika Zeyen und Gesche Schünemann stellten sich den Patienten und Ehemaligen als Gegner zur Verfügung und zeigten, dass sie auch im Umgang mit dem kleinen Zelluloid-Ball keine Amateure sind.

Großes Interesse mit bunt gemixten Mannschaften von jung bis alt fand auch in diesem Jahr wieder „Luftballonvolleyball“. Denn hier kam es nicht auf die individuelle Athletik, sondern Teamwork an. Manche „Best Ager“, die Aktiven über 50, konnte man erst mit dem um 12 Uhr angerichteten Mittagsbuffet vom Volleyballfeld locken.

Für die überlegten Strategen war das Boccia genau die richtige Herausforderung. An dieser Station konnte jeder mitmachen, egal ob Schülerin mit Wadenbeinbruch oder Senioren mit hoher Querschnittlähmung – entsprechende Hilfsmittel garantierten gleiche Chancen für alle. Mit dem eigens erfundenen „Boberger Biathlon“, eine Kombination aus Rollstuhlschnellfahren und Zielwurf, wurde der Ehrgeiz vieler Aktiver geweckt – hier sah man viele Teilnehmer zum wiederholten Mal in Aktion, um die Bestzeiten der anderen zu unterbieten.

Beeindruckend für die Anwesenden auch der Auftritt des spanischen-Beatboxing-Stars „Lytos“ von Mallorca, der den staunenden Gästen eindrucksvoll zeigte, wie man nur durch Stimme, Geräusche und Mikrofon ein Schlagzeug bis hin zu einer kompletten Musik-Band ersetzen kann – nicht umsonst wurde der sympathische Spanier im Jahr 2010 sogar Europameister in seiner Disziplin.

Mit der offizieller Übergabe einer Urkunde sowie dem Aktionspass fand der Sporttag gegen 14 Uhr ein Ende. Die aktive Teilnahme wurde auch belohnt: alle Aktiven erhielten einen Gutschein für drei Übungseinheiten bei einem DRS-Verein, ein Angebot zur Aktiv-Mitgliedschaft sowie den „StarterKit“-Rucksack für Rollstuhlfahrer.

Nach dem Sportfest zeigte sich Organisator Peter Richarz mehr als zufrieden: „Ich finde es klasse, dass so viele Rollifahrer, viele ehemalige Patienten, den Weg nach Boberg gefunden haben – genau diese Zielgruppe wollten wir erreichen. Das gleiche gilt für die „Best-Ager“ 50+: Diese Gruppe haben wir mit unserem niederschwelligen Angebot optimal angesprochen und Ihnen „Lust auf Sport“ gemacht. Die diversen Angebote zur Mobilitätsförderung im Außenbereich wurden gut angenommen. Viele Angehörige und Pflegekräfte konnten sich da toll informieren. Last but not least, hat das ganze Krankenhaus hier toll zusammengearbeitet – die Sporttherapeuten haben die Stationen betreut und aktiv mitgemacht, viele Pflegekräfte waren mit „ihren“ stationären Patienten aktiv dabei, die Küche hat ein Mittagsbuffet, Kaffee und Kuchen vorbereitet… alle haben sich heute sensationell eingebracht! Daher geht mein großer Dank an alle Kolleginnen und Kollegen, die zum erfolgreichen Verlauf des Sportfestes beigetragen haben.“
Quelle: www.buk-hamburg.de