DRS Bunte Leiste
14.08.2013

Ein hammermäßiger Tag!

ASBH Rollstuhltraining für Kinder UND Eltern - eine Teilnehmerin berichtet

Trotz vieler Hürden, die es zu überwinden galt, hatten Kinder wie Eltern Spaß.

Was bei den Kindern noch spielerisch aussah, brachte so manchen Erwachsenen in Schwirigkeiten.

Ohne Unterstützung im Hintergrund scheinbar unmöglich: Kippeln

An diesem heißen Sommertag gern gesehen: Entspannung mal anders - Foto: Beate Schaffelhuber/ASBH Landshut

Diese Einladung, von Beate Schaffelhuber (Übungsleiterin für Rollstuhlsport beim DRS und Selbsthilfegruppenleiterin der ASBH Landshut), werden wir nie vergessen! Für den 27.07.2013 wurden Familien mit körperlich gehandicapten Kindern sowie Angehörige, Freunde und Bekannte zu einem Projekttag eingeladen.

Unter dem Titel "Freude an der Bewegung im Rollstuhl erleben - Verständnis fördern“ las ich von der Veranstaltung in der ASBH Zeitschrift; ich war gleich interessiert und hab uns angemeldet.

Der Wetterbericht kündigte heiße Temperaturen an, oh je… (= wie gut, dass das Treffen in der kühleren Schulturnhalle der Grundschule Bayerbach stattfand. Nach einer sehr netten und lustigen Vorstellrunde, wobei jeder bereits in einem Rollstuhl saß, erzählte uns Beate über Ihren Beweggrund zur Aktion, die Ziele der Veranstaltung und informierte uns zum Tagesablauf. Und schon kamen 17 Rollstühle in Bewegung. Wir Neuankömmlinge machten uns mit dem Rollstuhl vertraut und fuhren mit unseren Rolli-Kids davon! Es wurde vorwärts, rückwärts um Kegel, langsam und schnell fahren geübt. Auch anfahren und bremsen war dabei. Nachdem wir alle gut eingefahren waren, begannen wir mit Spiel und Spaß. Ein Spiel hat es uns allen angetan! Das Hütchenspiel! Wir waren so begeistert dabei, dass wir gar nicht merkten, wie schnell die Zeit verging. Nach einer kleinen Pause für WC, Getränk und  leckerem, frischen Obst ging es auch schon wieder weiter. Kippeln in kurzen und kleinen Einheiten und der wohltuenden Sicherheit eine Person hinter dem Rollstuhl zu wissen, haben wir unsere ersten Versuche gut gemeistert. Wir haben alle schnell gemerkt, welche neue Bewegungsfreiheit dieses Können ermöglicht.

Im Mattenfahren konnten wir dann unsere neu erworbenen Fähigkeiten beruhigt bis zur Mittagspause ausprobieren. Für das leibliche Wohl war durch ein reichhaltiges Buffet bestens gesorgt. Wir saßen sonnengeschützt beisammen und ließen es uns schmecken.

Kaum aufgegessen waren die Kinder nicht zu halten und fuhren sogleich wieder in die Turnhalle. Nachdem wir Erwachsene uns erholt und neue Kraft gesammelt hatten, ging es auch für uns wieder los. Beate hatte kleine Denksportaufgaben zusammengestellt, die schriftlich zu bewältigen waren – eine Herausforderung für alle. Anschließend hielt Sie dazu einen Vortrag mit dem Thema Sport und Menschen mit Handicap. Wir waren begeistert wie viele Möglichkeiten Kinder, Jugendliche und Erwachse mit Handicap haben, Sport zu treiben und welche positive und weitreichende Wirkung Sportausüben mit sich bringt, bzw. wie Menschen mit Handicap ihren Alltag meistern. Vorbilder und eine Perspektive zu haben ist für Betroffene, wie Eltern, Geschwisterkinder und Angehörige wichtig.

Nach dem Vortrag wurde uns der Umgang mit dem Rollstuhl bei Hindernissen gezeigt z. B. Rampen rauf und runterfahren und Bordsteine, Stufen und Treppen überwinden zu können. Bei Treppen sind Rollifahrer auf Hilfe angewiesen. Auch da hat uns Beate tolle Tipps gegeben, wie man den Rücken beim Hochziehen des Rollis entlasten kann, bzw. wie der Rollstuhlfahrer bei der Aktion gut mithelfen kann. Das Ganze übten wir draußen. Nach dieser Aktion gab es eine Überraschung für alle. Zum  Nachmittagskaffeepause gab es neben Kuchen, Obst auch Eis und Eiskaffee.

Das Ende des Projekttages war eigentlich für 15 Uhr geplant. Wir hatten trotz der so hochsommerlichen Temperaturen jedoch immer noch so viel Freude an den Spielen, das wir noch mal in die Turnhalle fuhren und unseren Bewegungsdrang freien Lauf ließen. Gegen 17:45 Uhr verließen uns endgültig die Kräfte und aufräumen war angesagt. Ein herzliches Dankeschön an Organisatorin Beate Schaffelhuber und an alle Helfer. Einige von uns haben sich am nahegelegenen Badesee noch abgekühlt und erfrischt – ach tat das gut. Wie auch der gesamte Tag. Beates Ziel u. a., unseren Familien zu vermitteln, was unsere Kinder im Rollstuhl täglich leisten und neue Perspektiven aufzuzeigen, ist Ihr klasse gelungen. Dieser Tag hat einiges in uns bewegt, er wirkt nachhaltig! Der für uns weite Weg hat sich voll und ganz gelohnt, es war ein „hammerstarker Tag“ den wir nicht vergessen werden.
Grit Theile aus Geretsried

 

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