DRS Bunte Leiste
03.07.2013

Vom Klinikbett auf den Sportplatz!

Sportförderung in der Rehabilitation

Die Symposiumsteilnehmer: Dr. Oswald Marcus (BGU), Gitta Lampersbach (Abteilungsleiterin der Abteilung für Belange behinderter Menschen, Prävention, Rehabilitation und Soziales Entschädigungsrecht im BMAS), Arthur Montada (Stellvertretender Hauptgeschäftsführer der BGW), Nicole Seifert (BGW), Peter Richarz (DRS) und Volker Anneken (FIBS) Moderation - Foto: Ralf Rätzke

 

Vom Klinikbett auf den Sportplatz – Sportförderung in der Rehabilitation! Wie kann einem Patienten mit Sport und Bewegungsangeboten der Weg zur vollumfänglichen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erleichtert werden und welche Hürden sind zu überwinden? Diese Fragen stellte das Forschungsinstitut für Inklusion durch Bewegung und Sport an die Symposiumsteilnehmer am Eröffnungstag der Rollstuhlbasketball Europameisterschaft in Frankfurt am Main.

Initiiert wurde das Symposium durch die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), vertreten durch den stellvertretenden Geschäftsführer Arthur Montada. Er verdeutlichte, dass das BGW Verständnis von Rehabilitation weit über medizinische und finanzielle Leistungen hinausgeht: „Wir wollen Menschen durch unsere Leistungen so weit wie möglich in ihrer selbstbestimmten Teilhabe am Arbeitsleben und am Leben in der Gemeinschaft fördern. Zudem minimiert sportliche Betätigung das Risiko von Folgeerkrankungen und damit auch langfristig die Kosten.“

Nicole Seifert konnte die Bedeutung einer ganzheitlichen Rehabilitation auf Grund Ihrer eigenen Erfahrungswerte als Rollstuhlnutzerin eindrucksvoll beschreiben. Durch die intensive Begleitung im Prozess der klinischen und ambulanten Behandlung im Sinne eines Peer Counselling war es ihr erst möglich in ihr soziales Umfeld schnellstmöglich zurückzukehren.

„Im Rahmen der Umsetzung der UN Behindertenrechtskonvention hat Bewegung und Sport zur besseren Teilhabe an der Gesellschaft eine hohe Bedeutung. Hier wurde bereits viel auf den Weg gebracht, aber noch mehr Menschen mit Behinderungen müssen von den positiven Wirkungen des Sports in der Rehabilitation profitieren“, meint Gitta Lampersbach vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS). Die weiterhin beschrieb, dass die Bundesrepublik Deutschland im internationalen Vergleich bereits sehr fortschrittlich aufgestellt ist. 

In diesem Zusammenhang hob ebenso Dr. Oswald Marcus die umfassende Behandlung in den Spezialzentren der Berufsgenossenschaftlichen Unfallkliniken zur Behandlung von Querschnittgelähmten Patienten hervor, die die Grundlage für eine umfassende Rehabilitation bildet. „Bereits von Beginn des Rehabiliationsprozesses werden in einem interdisziplinären Team alle Maßnahmen ergriffen, um die umfassende Wiedereingliederung mit allen geeigneten Mitteln zu ermöglichen.

Die Schnittstellen von klinischer Rehabilitation bis zur ambulanten Nachsorge und dem Übergang in die lebenslange sportliche Betätigung zur Vermeidung von Folgeschäden wurde dabei besonders in den Fokus gerückt. Peter Richarz (DRS) beschrieb in diesem Zusammenhang, dass die Übergänge mit dem Verlassen der stationären Heilbehandlung hin zum Rehabilitations-, Vereins- und Breitensport besonders schwierig seien, die Programme des Verbandes greifen, jedoch die flächendeckenden Angebote außerhalb der Ballungsräume nicht nachhaltig besetzt werden können. Der Deutsche Rollstuhl-Sportverband verfolgt in diesem Zusammenhang das Ziel weitere Netzwerke zu schaffen, die es Menschen mit einer Einschränkung ermöglicht, Mobilitäts- und Bewegungsangebote zugänglich zu machen und darüber hinaus auch ihren sportlichen Interessen nachzugehen.