DRS Bunte Leiste
26.02.2013

Workshop für Jung und Alt

Rollstuhl- und Mobilitätstraining bei BASIS e.V. in Koblenz

Mit anfänglicher Unterstützung gelang es dem Großen...

...wie dem Kleinen, hier beim fast spielerisch wirkenden Kippeln, unterschiedlichste Hindernisse zu überwinden. - Foto: BASIS e.V.

Eine volle Sporthalle, überall Rollstühle, Gewusel in allen Ecken. In einer davon lässt Arno Becker vier Kinder auf den Hinterrädern balancieren und gibt ihnen, die schon fortgeschritten sind, immer weniger Raum dafür. In einer anderen Ecke erklärt Viktor Gstrein den aufmerksamen Zuhörern, wie diese möglichst sicher eine Bordsteinkante überwinden können.

Das zweite Rollstuhl- und Mobilitätstraining des BASIS e.V. am Stiftungsklinikum Mittelrhein hat am dritten Februarsonntag nach dem großen Erfolg des Vorjahres wieder viele Rollstuhlfahrer und deren Angehörige nach Koblenz gelockt und war am Ende gar ausgebucht. Um dabei zu sein, haben einige Teilnehmer eine weite Anreise in Kauf genommen, Alexandra Engel und ihr Sohn Paul etwa waren bereits zum zweiten Mal aus Kassel angereist.

Rollstuhlworkshop, das heißt neben theoretischer Einführung in die Arten und Einstellmöglichkeiten der Rollstühle vor allem praktisches Üben, vom Kurven fahren, über das einfache Bezwingen kleiner Hindernisse bis zum Befahren von Rampen oder der Nutzung von Rolltreppen. Dafür hat die Gruppe eigens einen Ausflug zum Hauptbahnhof unternommen und unterwegs das „echte Leben“ in Augenschein genommen – schwierig zu meisternde Rinnsteine, Kopfsteinpflaster, seitlich abfallende Bürgersteige.

Rollstuhlworkshop heißt aber auch Spaß haben, miteinander lachen, Erfahrungen austauschen, den Blick auf die Fähigkeiten lenken. Das gelang den beiden Workshopleitern Arno Becker und Viktor Gstrein wieder einmal perfekt und sie ernteten, wie auch ihre Assistentinnen Mandy Hammer und Verena Büdenbender, viel Lob und Dank der Teilnehmer.

Technische Unterstützung in Form kleiner Reparaturen oder optimierender Einstellungen boten Jakob Tiebel und Wladislaw Toews von der Firma Rahm Rehatechnik an. Die Firma Sunrise Medical hat mit ihren Sopur-Rollstühlen dafür gesorgt, dass auch Ehepartner oder Eltern die wichtige Erfahrung machen konnten, was mit einem Rollstuhl alles möglich ist. Finanziell hatte sich im Vorfeld die Firma Wellspect Healthcare beteiligt, so dass der Workshop zu sehr günstigen Konditionen angeboten werden konnte.
Frank Haas

 

Interesse am Rollstuhltraining?
Viele Menschen sind im Alltag teilweise oder ganz auf die Zuhilfenahme eines Rollstuhls angewiesen. Für querschnittgelähmte Patienten, die etwa auf unserer Station für Schwerunfallverletzte rehabilitiert werden, gehört ein intensives Rollstuhltraining zum therapeutischen Programm. Für viele andere Betroffene aber ist nach Erhalt der Grundversorgung der sichere Umgang mit dem Hilfsmittel nicht selbstverständlich.

BASIS e.V. hat zum zweiten Mal ein eintägiges Rollstuhl- und Mobilitätstraining angeboten. Wer darüber hinaus Interesse an Rollstuhltraining- oder Sport hat, kann sich gerne an Arno Becker von der Rollstuhl-Sportgemeinschaft Koblenz wenden.