DRS Bunte Leiste
21.03.2012

Wünsche, Träume und Bedürfnisse wecken

Ein Übungsleiterlehrgang aus Sicht zweier Teilnehmer

Der Praxisanteil kamnicht zu kurz

Unterschiedliche Rollstuhlsport-Möglichkeiten wurden aufgezeigt

Ein wichtiges Thema war der sichere Umgang mit dem Rollstuhl, ob als Helfer oder Nutzer. - Fotos: Antje und Mathias Kaiser

11 Teilnehmer, das heißt elfmal Erwartungen, Neugierde und Wissensdurst beim ersten Teil des Lehrganges Übungsleiter B-Lizenz Profil Neurologie vom Deutschen Rollstuhl-Sportverband.

Bereits das Kennenlernen der Kursteilnehmer und Dozenten und die erste Einführung machte Lust auf mehr. Schnell wurde uns klar, dass unsere beiden Dozenten Dr. Horst Strohkendl und Jens Sauerbier eine hervorragende Methode wählten, um uns den Unterrichtsstoff näher zu bringen: Über die Praxis (sprich: Erlernen des sicheren Umgangs mit dem Rollstuhl und den Sport) kamen wir zur Theorie. Denn wer zuerst eigene Körper- und Sinneserfahrungen macht, kann danach die Theorie viel besser nachvollziehen. Ebenfalls gut war, dass die heterogene Gruppe aus Rolli-Fahrern und Fußgängern, aus Sportlern und Therapeuten/Lehrern/Fitnesstrainerin sich gegenseitig toll unterstützen und mit Wissen, Lebens- und Lernerfahrungen befruchten konnte.

Wir lernten zunächst den richtigen Umgang mit dem Rollstuhl kennen (z.B. Vorwärts- und Rückwärtsfahren, Bremsen, Drehen, Kippen, Balancieren etc.), um diesen später vermitteln zu können. An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass Horst eigentlich bei „Wetten dass“ angemeldet werden müsste. Wettlosung: Wetten, dass Dr. Horst Strohkendl es schafft in 10 Minuten 10 Menschen aus dem Publikum das Balancieren auf den Hinterrädern des Rollstuhls beizubringen? Diese Wette hätte er „im Sack“.

Nach den Grundtechniken des Umgangs mit dem Rollstuhl wurden uns alle möglichen Einblicke in die verschiedenen Rollstuhlsportarten und deren Vermittlung erfahrbar (im wahrsten Sinne des Wortes)  gemacht. Unsere erfahrenen Rollifahrer konnten an dieser Stelle ihre Erfahrungen weitergeben und Jens machte z. B. aus Mathias einen glühenden Rollstuhl-Rugby-Fan.

Was von Seiten der Dozenten immer wieder deutlich gemacht wurde, war die Bedeutung des Rehasports zum Wecken von Wünschen, Träumen und Bedürfnissen bei den Rolli-Fahrern, um an Perspektiven zu glauben, und um das Selbstwertgefühl steigern zu können. Rehasport eben als Selbsthilfegruppe, die gerade auch Anfängern Raum für Erfahrungen und Erfolgserlebnisse bietet.

Die Autoren dieses kleinen Artikels ziehen nach fünf intensiven Tage folgendes Fazit: "Wir haben wundervolle Menschen kennen gelernt, viele Erfahrungen gemacht, an Wissen gewonnen und freuen uns darauf, mehr zu lernen und das Erfahrene/Erlernte bald im Sportverein weiter geben zu dürfen."
Antje und Mathias Kaiser